
Der heutige Beschluss der
Landesregierung, internationale Experten mit der Bewertung des Flugplatzes in
Bozen zu beauftragen, lässt Schlimmstes befürchten. In der Vergangenheit hat
sich nämlich schon öfters gezeigt, dass die Landesregierung nur jene Gutachten
befolgt, die ihr ins Konzept passen. Landeshauptmann Durnwalder erklärt zwar,
er wolle das Gutachten respektieren, egal wie es ausgehe. Gleichzeitig gibt er
aber auch bekannt, welches Ergebnis er sich erwartet, nämlich eines zu Gunsten
des Flugplatzes.
Dies erinnert an die Vorgangsweise rund um die
Verkehrsstudie für den Raum Meran. Auch hier will die Landesregierung die
Probleme vorrangig mit dem Bau des Küchelberg-Tunnels lösen, obwohl die
Eurak-Studie diese Maßnahme nicht empfiehlt. Auch hier hatte der
Landeshauptmann das Ergebnis des Verfahrens schon in seinem Sinne vorausgesagt.
Wenn die Landesregierung will, gibt es jetzt schon
ausreichend ökologische, soziale, wirtschaftliche und demokratiepolitische
Argumente, um den Flughafen zu schließen. Die Tatsache, dass laut heutigem
Beschluss auf alle Fälle noch weitere Millionen in das Flughafengebäude, in die
Piste und in die Hangars investiert werden sollen, zeigt, dass die
Landesregierung den Ausbau weiter betreibt. Damit ist die Expertenkommission
nichts anderes ist als eine taktische Maßnahme zur Beruhigung der Gemüter.
Bozen, am 23.10.2006
Franco Bernard, Landessprecher der Grünen